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Störfaktor Kind ?

Immer wieder erlebe ich, wie unsere Gesellschaftsform es schafft, unsere Kinder in die Rolle des Störfaktors zu drängen.

Auf Arbeit stören sie, im Restaurant stören sie, beim Sport stören sie, bei fast allen Aktivitäten, die Erwachsene machen wollen oder müssen, stören sie.

Wenn man heutzutage etwas mit dem Kind unternehmen will, kann man es irgendwie fast nur mit kindbezogenen Aktivitäten. Das gesellschaftliche Leben, also zusammen mit anderen etwas tun, Dinge tun, die für uns Erwachsene wichtig und nötig sind, scheinen mit Kindern kaum möglich zu sein. Selbst auf dem Spielplatz muss man manchmal acht geben, wie laut man ist oder anderes.

Es gibt natürlich viele Eltern, die sich treffen und die Kinder spielen gemeinsam und die Erwachsenen können sich unterhalten. Aber sind wir mal ehrlich: stören die Kinder nicht oft? Sind sie nicht zu laut, wollen laufend etwas, wollen vielleicht sogar, dass wir mitspielen?
Warum fühlen wir uns selbst oft gestört? Und mal ehrlich, stört das Kind nicht auch manchmal, wenn wir alleine auf dem Spielplatz mit ihm sind und in Ruhe unser Buch lesen wollen oder mit dem Handy Nachrichten schreiben wollen?
Warum haben wir eigentlich Kinder bekommen, darf man da zu recht fragen, wenn sie doch immer irgendwie stören?
Soll das heißen, wir sind schlechte Eltern? Nein, denn egal was wir tun, wir tun immer unser bestes. Wir können aber eben nur das leisten, zu was wir fähig sind.
Das Problem ist also nicht unser guter Wille, das Problem ist, dass wir uns selbst verloren oder nicht gefunden haben.
Wenn wir nicht wissen, wer wir sind, wir unser Selbst nicht kennen, können wir nicht für uns selbst denken, sprechen und handeln und somit nicht mehr für uns selbst leben. Das heißt, wir lassen uns leben. Somit sind wir scheinbar hilflos den Gegebenheiten unserer Umwelt, der Gesellschaft, etc. unterworfen. Wir glauben, wir können nichts tun und nichts ändern, wir fühlen uns machtlos und kommen oft in einen Zustand von: es ist doch eh egal.
Wir sind nicht glücklich.

Jedoch streben wir danach, trotz aller Widrigkeiten glücklich zu sein. Das liegt in unserer Natur. Nur, da wir die Verantwortung für unser Leben an andere abgegeben haben, lassen wir uns zu leicht täuschen und lenken. Das beste Beispiel ist der Umstand, dass wir glauben, Geld und Besitz mache glücklich. So streben wir danach, statt auf uns zu schauen und zu erkennen, was uns wirklich glücklich macht.

 

Dieses Streben nach Glück ist das Wichtigste was uns immer bleibt und was wir nutzen, wenn wir heraus kommen wollen aus dem Trott, wenn wir unser Leben wieder selbst in die Hand nehmen. Wenn wir anfangen, unser Leben selbst in die Hand zu nehmen und uns selbst wahrzunehmen und zuzuhören, werden wir von Mal zu Mal kompetenter - auch unseren Kindern gegenüber. Wir werden fähig, auf sie und ihre Bedürfnisse einzugehen, sie wahrzunehmen, ihnen zuzuhören und sie ernst zu nehmen.

Erst wenn wir uns, unsere Gefühle, Gedanken und Wünsche wieder ernst nehmen, können wir das auch bei unseren Kindern.

 

Auch ich befinde mich noch in diesem Prozess der Selbstfindung. Und mein Kind ist ein wunderbarer Lehrmeister. Die herausragendsten Fähigkeiten, v.a. von jungen Kindern sind, dass sie sehr geduldig mit uns sind und schnell verzeihen.

 

Und wenn wir wieder im Jetzt und bei uns gelandet sind. Wenn wir wieder mit klarem Blick das sehen, was wirklich wichtig ist in unserem Leben, dann ist es einem Kind fast unmöglich uns zu stören.

Denn dann schauen wir mit dem Blick bedingungsloser Liebe auf sie.

 

Und etwas weiteres passiert. Kinder nehmen unsere Gefühlswelt ganz genau wahr. Haben wir eine innere Ruhe und Frieden, so wird auch Frieden in unser Kind einkehren. Es hat es nicht mehr nötig durch "nerviges" Verhalten uns daurauf aufmerksam zu machen, dass etwas nicht stimmt. Denn wir sind auf dem richtigen Weg.