Baldrian

(Valeriana officinalis)

Baldrian, Valeriana, Heilwirkung, Anwendung, Tee, Wirkung
Baldrian

Beschreibung:
Wird über 1 m hoch, hat einen kantigen hohlen Stengel, an dem große Fiederblätter (11 - 21) gegenständig sitzen, die unpaarig gefiedert sind. Doldenartig angeordnet stehen an den Stengelspitzen die kleinen rötlich-weißen Blüten. Es kommen bei uns verschiedene Abarten vor, die sich zwar durch Blütenfarbe und Zahl der Fiederblättchen unterscheiden, jedoch alle in der Wirkung ähnlich sind.

verwendete Pflanzenteile:
Wurzeln, Blüten

Blütezeit:
Juni - August

Vorkommen:
wächst  sowohl auf sehr feuchten, als auch auf trockenen Böden. Auf feuchten Wiesen, an Flussufern, feuchten Wäldern, trockenen Dämmen, Schutthalden
Standort: Sonne bis Halbschatten, bevorzugt lockeren, feuchten Boden, reichlich Kompost

Ernte:
Wurzel: ausgraben im September, mit einem groben Kamm die kleinen Wurzelfasern wegkämmen, und den Rest der Wurzel dann zum trocknen aufhängen.
Blüten: Juli / August

Haltbarmachung:
trocknen (siehe oben): am wirkungsvollsten sind die Wurzeln zweijähriger Pflanzen; der typische Baldriangeruch entsteht erst beim Trocknen

Inhaltsstoffe:
Valepotriate, ätherisches Öl, Bizyklische Sesquiterpene, Alkaloide, Bornylisovalerianylsäureester, Valerensäure, Chatinin, Gerbstoffe, Stärke, Schleimstoffe

Wirkung und Anwendung:

  • bei nervösen Reizzuständen; nervös bedingte, krampfartige Schmerzen im Magen- und Darmtrakt, Blähungen. Gallenbeschwerden, Gastritis, Magenschleimhautentzündung
  • Hauptwirkung ist Entspannung und Beruhigung: bei Schlaflosigkeit (bei nervöser Schlaflosigkeit, kommt es durch Entspannung zu Schlafbereitschaft. Das warten auf den Schlaf ist nicht mehr unangenehm und quälend, sondern wird als wohltuendes Ausruhen empfunden, bis sich der gesunde Schlaf einstellt), nervöse Unruhe, stressbedingte Störungen, Nervosität (nach Einnahme fühlt man sich nicht müde, sondern oft angenehm erfrischt), Angstzustände
  • nervösen Herzklopfen und -beschwerden, Bluthochdruck
  • zur Beruhigung vor Prüfungen, konzentrationsfördernd
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Neurodermitis
  • Reizblase
  • Rückenschmerzen, Verspannungen
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Wechseljahrsbeschwerden


Nebenwirkung: Kopfschmerzen, Übelkeit und Herzrase bei längerer Anwendung und Überdosierung


Tee:
Aus Wurzel: bevorzugt als Kaltauszug
kalt: 2 Tl zerkleinerte Wurzeln mit 1/4 l kaltem Wasser übergießen und 10-12 Stunden stehen
        lassen. Gelegentlich umrühren.
heiß:  2 gestrichene Tl Wurzel mit 1/2 L siedenem Wasser übergießen und 10 min in
          zugedecktem Gefäß ziehen lassen.
Bei Bedarf oder auch regelmäßig 2 bis 3 mal tägl. eine Tasse trinken.

aus Blüten:
Die Baldrian-Blüten sind deutlich milder als die Wurzel und riechen angenehmer.
Mit den Baldrian-Blüten kann man wahlweise einen Kaltauszug oder einen Aufguss zubereiten und als Tee trinken.


Tinktur:
Baldrian in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist übergießen, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen lassen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.
Von dieser Tinktur nimmt man abends oder bei Bedarf ein bis zwei Teelöffel ein.
Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.

(man kann auch Wein aus Baldrian machen)



Bad:
100g Wurzel mit 1 l Wasser 10 Std. ausziehen lassen. Der Sud kommt ins Badewasser.
oder
100g Wurzel mit 2 l Wasser übergießen, zum Sieden erhitzen und nach 10 min abseihen
oder
200 - 250g Baldriantinktur ins Vollbad geben
- die Badedauer sollte nicht länger als 15 min sein