Brennnessel

(Urtica)

Brennessel, Brennnessel, Wirkung, Anwendung, Tee, Entgiftung, Heilwirkung
Brennnessel

 

Beschreibung:
es gibt eine kleine und große Art. Sie wird bis 1,50 hoch (die kleine Art bis 45cm).
Es gibt männliche (stehend) und weibliche (hängend) Blütenstände, Blüten sind klein, grünlich, zweihäusig und in hängenden Ähren angeordnet.  Sie breiten sich aber auch über ihre Wurzeln aus.

verwendete Pflanzenteile:
Kraut, Samen und Wurzeln

Blütezeit:
Mai - August

Vorkommen:
wachsen bevorzugt in der Nähe menschlicher Behausungen in Gärten, an Zäunen, Gragenrändern, auf Schuttplätzen und Ödland.
Bevorzugen feuchten, stickstoffreichen und humusreichen Boden

Ernte:

  • die Blätter von Mai bis August
  • Wurzel im Frühjahr oder Herbst ausgraben
  • Samen im Frühherbst


Haltbarmachung:
trocknen, an der Luft (oder künstliche Wärme 40°C):

Inhaltsstoffe:
viel Eisen
in Blätter, Kraut und v.a. Wurzeln: Kaffeoyläpfelsäure, ungesättigte Fettsäuren, Kieselsäure, Mineralsalze (wie Kalium und Kalzium), Flavonoide, Porphinderivate (z.B. Chlorophyll), Carotinoide, Vitamine, Beta-Sitosterin, Pflanzensäure, Lectine, auch wenig Sterole, Sterylglucosiden, Liganen und Gerbstoffe
in den Brennhaaren: Amine (Histamin)
in den Wurzeln: + Polysaccaride, Sterole, Sterylglucoside, Lignanen, Gerbstoffe
Samen/Früchte: Proteine, Schleime, fettes Öl, Chlorophylle, Carotinoide


Wirkung und Anwendung:

  • Anregung des gesamten Stoffwechsels, blutreinigend, entschlackend, entgiftend, zur Frühjahrs- und Herbstkur, Frühjahrsmüdigkeit, Diabetes (unterstützend)
  • Anregung der Harnausscheidung (auch Erhöhung der Harnmenge = entwässernd), Nierensteine, Miktionsbeschwerden (v.a. die durch Schwellung verursacht werden), Tee als Durchspülungstherapie bei Entzündungen der ableitenden Harnwege, Harnwegserkrankungen, Nierenschwäche
  • Entzündungshemmend, schmerzlindernd, , blutstillend
  • Tee als Duchspülungstherapie bei rheumatischen Erkrankungen (Kraut), Gicht, Rheuma, degenerative Gelenkerkrankungen, Arthritis, Lähmungen, Rippenfellentzündungen
  • Galle- und Leberbeschwerden, Appetitlosigkeit, Verstopfung, Durchfall, Magenschwäche, Gallensteine
  • Prostatabeschwerden, Prostataadenom, gutartiger Prostatavergrößerung (Wurzel; die mit Beschwerden beim Wasserlassen einhergehen)
  • starker oder unregelmäßgier Menstruation, Wechseljahre
  • Hautausschlägen und -erkrankungen, Masern, Scharlach, bei Schuppen (starker Aufguss), Haarwuchsfördernd
  • blutbildend, Bluthochdruck

 

  • Peitschen der Haut mit Blättern bei: Gicht, Rheuma, Lähmungen, Rippenfellentzündungen, Masern, Scharlach
  • zur Pflege des Haarbodens kann man Brennessel-Haarwasser oder Haarspiritus verwenden
  • speziell Brennesselsamen:

- gut v.a. für weibl. Organismus = besitzen hormonähnliche Inhaltsstoffe, die bes. gut

  bei Hormonstörungen und Wechelsjahrsbeschwerden sind
- gepulvert und in Wein getrunken
- gestoßen und mit Honig vermengt
- aphrodisierend (in Wein und zerrieben + Honig und Pfeffer)
- fruchtbarkeitsanregend

 

  • Blätter:

- in Wein gesotten      
- mit Salz gestoßen un zu einem Pflaster verarbeitet

Nebenwirkungen/Gegenanzeige:
- ! wirkt Nierenreizend, also keine Anw. bei nicht richtig arbeitenden Nieren
- ! nicht bei Ödeme durch eingeschränkte Nieren- und Herztätigkeit

Tee:
2 gehäufte Tl Blätter oder Wurzeln mit 1/4 l kochendem Wasser übergießen, 5 min kochen, abseihen.
Kur: Morgens und Abends je eine Tasse über einen Zeitraum von 4 - 8 Wochen

Saft:
gesamte blühende Pflanze zerschneiden und mit etwas Wasser 12 Stunden einweichen, dann auspressen (Entsafter, Presse)


Außerdem:

  • Brennesseljauche:  = Stickstoffdünger (angesetzt und leicht vergoren) und als flüssiger Kompoststarter = mit Beinwell zusammen (Käuterbibel S. 52)
  • Leinwandartiges Gewebe und Garne aus den Stielen, aus den sog. Bast
  • Klebstoff: aus den gummiartigen Bestandteil des Bastes