Klette

(Arctium minus + Arctium láppa)

Klette, Arctium minus + Arctium láppa, Wirkung, Anwendung, Tee, Öl, Tinktur, Kaffee, Heilwirkung
Klette


Beschreibung:
ist zweijährig, wird 1 bis 1,5 m hoch und besitzt eine fleischige, bis 60cm lange Wurzel, die ästig verzweigt ist. Der längsfurchige Stengel ist kräftig, sehr oft rot überlaufen, markig und reichlich verzweigt. An den wollig behaarten Ästen finden sich gestielte, herzförmige, oben grüne, unten graue, filzig behaarte Blätter, deren Größe von unten nach oben sehr stark abnimmt. Die bläulich-roten Blütenstände stehen in locker doldentraubiger Anordnung. Die Blütenhüllblätter tragen an der Spitze gelbliche Wiederhäkchen.

Blütezeit:
Juni/Juli  - September

Vorkommen:
ist sehr häufig an Wegrändern, Zäunen, Mauern und Dämmen, auf Ödland und auf Schuttplätzen, sowie an Bachufern anzutreffen
Standort: frisch-feucht, nährstoffreich, durchlässig tiefgründig humos, Sonne - Halbschatten

verwendete Pflanzenteile:
Wurzeln, Samen, Blätter

Ernte:
Die Wurzel der Klette wird im Herbst des ersten Wachstumsjahres gesammelt.
(Im ersten Jahr ist die Klette nicht so leicht zu erkennen wie später, denn dann ist sie noch klein. Aber im zweiten und späteren Jahren, wenn die Klettenpflanze hoch wächst und Blüten bekommt, wird die Wurzel ausgelaugt und verliert an Kraft)
Die Wurzel wird ausgegraben (am besten lässt man ein Teil der Wurzel im Boden, dann kann die Klettenpflanze wieder neu wachsen)
Die gesammelte Wurzel wird abgebürstet und eventuell ganz kurz mit kaltem Wasser abgespült.

Haltbarmachung:
Klein geschnitten und an einem warmen, luftigen Ort oder bei niedriger Hitze im Backofen trocknen.

Inhaltsstoffe:
Inulin, Schleime, Polyacetylene, ätherisches Öl, Gerbstoff, Bitterstoffe, Sitosterin, (antibiotisch, pilztötende und evtl. tumorhemmende Stoffe), Fettsäuren, Phosphorsäure, Gerbsäure, fettes Öl



Wirkung und Anwendung:

Bei chronischen Hautleiden und Arthritis soll der Körper Abfallprodukte absondern können.

Wurzel:

  • bei schuppiger Kopfhaut (Öl), Haarausfall, bei verschiedenen Hautkrankheiten und Hautunreinheiten, Abszesse, Ekzeme, Geschwüre, Flechten, Furunkel, Seborrhoe (Überproduktion von Hautfetten durch die Talgdrüsen der Haut)
  • Brandwunden, Offene Wunden, Wundheilung
  • Gelenkrheuma
  • bei gestörter Leber- und Gallenfunktion, Lebererkrankungen, Magenbeschwerden
  • blutreinigend, entgiftend
  • harntreibend, schweißtreibend
  • Diabetes (als Nahrungsmittel)
  • Wechseljahrsbeschwerden


Klettensamen:

zur Ausscheidung von Toxinen bei Fieber oder bei Infektionen, bei Akne (Aufguss)


Blätter: (Umschlag)
bei Furunkeln, Abszessen und lokalen Hautinfektionen


Tee - Wurzeln: - trinken und Umschläge etc.
2 gehäufte Tl geschnittene Wurzel mit 1/2 L kaltem Wasser übergießen, nach 5 Std. zum sieden bringen und 1 min sieden, dann abseihen. 3x tägl. 1 Tasse Tee.
Tee auch in Kombination mit Löwenzahn, soll zur Behandlung von Hautunreinheiten sowohl äußerlich als auch innerlich angewendet werden können.


Öl:
Ölauszug aus der Wurzel, wobei man Oliven- oder Sesamöl verwendet:
bei schuppiger Kopfhaut, Schuppenflechte und Ekzeme
und als Salbengrundlage


Tinktur:
aus Wurzeln oder Blätter
Wurzel und Blätter zerkleinern und ausdrücken und in ein Schraubdeckel-Glas füllen. Mit Weingeist oder Doppelkorn die Klettenbestandteile übergießen bis sie bedeckt sind. 2 bis 4 Wochen lang an einer warmen Stelle ziehen lassen. Anschließend wird die Tinktur abgeseiht.
Innerlich kann man von der Tinktur 3 mal täglich 5 Tropfen mit Wasser verdünnt einnehmen.
Für die äußerliche Anwendung kann man die Tinktur mit Wasser verdünnen und dann ähnlich anwenden wie den Tee.


Klettensamen:
Sowohl in der westlichen als auch in der TCM sollen Klettensamen zur Ausscheidung von Toxinen bei Fieber oder bei Infektionen wie Mumps und Masern Verwendung finden. Die harntreibenden, antibiotischen und schwach bitteren Eigenschaften der Klette sollen bei Hautproblemen helfen - ein Aufguß aus den Samen bei Akne, ein Umschlag aus Blättern bei Furunkeln, Abszessen und lokalen Hautinfektionen. Schuppige Kopfhaut, Schuppenflechte und Ekzeme sollen mit Klettenöl behandelt werden können. Bei chronischen Hautleiden und Arthritis soll der Körper Abfallprodukte absondern können.


Klette in der Küche:
Klettenwurzeln, -Blätter und Klettenstängel kann man als Wildgemüse in der Küche nutzen.
Um Kletten-Wurzel als Gemüse zuzubereiten, sollte man sie zuerst schälen. Dann kann man sie kochen wie Karotten oder Schwarzwurzeln und entsprechend servieren. Geschmacklich erinnern sie ein wenig an Artischocken.
Klettenblätter als Spinat-Ersatz
Junge Klettenblätter kann man wie Spinat kochen und servieren.
Junge Stängel der Klette kann man kochen und als Gemüse servieren. Dazu werden sie zunächst weichgekocht und anschließend in Stücke geschnitten. Man kann sie wahlweise als Salat zubereiten oder als Gemüse.


Klettenwurzel-Kaffee
Klettenwurzelstücke in einer fettfreien Pfanne rösten. Dann werden die gerösteten Wurzelstücke gemahlen.
Anschließend kann man das Pulver wie normalen Kaffee aufgießen.