Melisse  (Melissa officinalis)


Beschreibung:
Mehrjährige Staude. Sie ist etwa 30-70 cm hoch, stark verästelt, hat gegenständige Blätter, vierkantige Stengel und weißlichgelbe oder auch reinweiße Lippenblüten, die als Scheinquirle in den Achseln der oberen Blätter angeordnet sind. Die Blätter verströmen einen intensiven Zitronenduft.

verwendete Pflanzenteile:
die Blätter und das daraus bereitete ätherische Öl

Blütezeit:
Juni - August

Vorkommen:
natürlich nur am östlichen Mittelmeer
Standort: Sonne bis Halbschatten, windgeschützt; humusreicher, lockerer und wasserdurchlässigern Boden
Aussaat: Samen im zeitigen Frühjahr in Saatkissen aussäen und bei 20° aufstellen (keimen erst nach 3-4 Wochen), im Frühjahr (wenn es schon etwas wärmer ist) einige Ableger, mit Reihenabstand 35-40cm, in aufgelockerten Boden setzen
Vermehrung: säen sich leicht selbst aus oder teilen
Pflege: gelegentlich flach aufhacken, gießen und ab und zu etwas Mineraldünger streuen
sollte zur Erhaltung des Aromas Pflanze alle drei bis fünf Jahre teilen und umsetzen
im Winter abdecken

Ernte:
die jungen Blätter und Triebspitzen laufend, am besten vor der Blüte (da sie dann keinen guten Geschmack mehr haben). Wenn man sie trocknen will schneidet man die Stengel kurz vor der Blüte

Haltbarmachung:
trocknen: nicht über 40°C
(Die getrockneten Pflanzen sollte man nicht in Metalldosen aufbewahren und auch nicht anderweitig mit Metall berühren)
Blätter können auch eingefroren werden
Öl: durch Wasserdampfdestillation
In Alkohol

Inhaltsstoffe:
ätherisches Öl (mit Citronellal, Citral und Caryophyllen), Mineralstoffe, Gerbstoffe (Labiate (Phenolcarbonsäure)), Bitterstoffe, Flavonoide (geringe Menge), Rosmarinsäure (antiviraler Pflanzenstoff), Sesquiterpenkohlenwasserstoffe, Rosmarinsäure, Chlorogen- und Kaffeesäure, Triterpene, Gerbsäure, Harz, Schleim, Glykosid, Saponin, Thymol



Wirkung und Anwendung:

  • beruhigend, einschlaffördernd, entspannend, nervenberuhigend, aufheiternd, Unruhe, Nervosität, Angstzustände, Reizbarkeit, Schlafstörungen
  • sehr gut als Kur bei nervösen Menschen, die Reizüberflutung von außen nicht verkraften und auch am Abend nicht zur Ruhe kommen, oft lange im Bett liegen, ohne die ersehnten Schlaf finden zu können: 3 Tassen tägl.; süßen mit Honig verstärkt die Wirkung des Schlaftees
  • krampflösend, karminativ (windetreibend), Blähungen, bei nervösen Magen, Magen- und Gallenbeschwerden, Galle- und Lebererkrankungen, Appetitlosigkeit, Magenkrämpfe, Magenleiden, Sodbrennen
  • Herz- und Kreislaufkräftigend, äußerlich belebend (Melissengeist), nervöse Herzbeschwerden, Herzbeschwerden, Herzklopfen
  • anregend, zur Kräftigung nach Erkältungs- und Infektionskrankheiten
  • antibakteriell, pilzhemmend, virushemmend
  • kühlend, schmerzstillend
  • Asthma, Bronchitis, Erkältung, Fieber, Grippe, Husten
  • Augenringe, Geschwüre, Lippen-Herpes
  • Blutergüsse, Insektenstiche, Quetschungen, Wunden
  • Gicht, Rheuma, Ischias, Neuralgien
  • Kopfschmerzen, Migräne, Ohrenschmerzen, Zahnschmerzen
  • Menstruationsfördernd, Menstruationsbeschwerden, Milchstau (auch äußerliche Anw.), Periodenkrämpfe, Unterleibskrankheiten, Wechseljahrsbeschwerden



Tee: - trinken und Umschläge etc.
3 Tl geschnittene Blätter mit 1/4 l kochendem Wasser übergießen und zugedeckt 10 min ziehen lassen.
Als Beruhigungstee am besten mit 1 Tl Honig gesüßt



Vollbad:
50 - 60g Blätter werden mit 1 l Wasser übergossen, zum sieden erhitzt und nach 10 min abgeseiht. Diesen Aufguss dem Vollbad zugeben.
oder 1 TL Öl mit 150mg Sahne vermischen und zugeben; oder Stoffbeutel mit Melissenblätter (50g) ins 40-55° heiße Badewasser hängen, nach 5 min rausnehmen und lauwarmes Wasser zulaufen, bis gewünschte Badetemperatur erreicht ist



Melissengeist:
200 g frische Blätter mit 1 Liter 60%igen Branntwein ansetzen und an einen warmen Platz aufstellen. Die Mixtur muss etwa 10 Tage ziehen und wird dann abgesiebt. Damit keine wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen, werden die Blätter noch einmal kräftig ausgepresst. Er wird am besten mit Wasser oder Tee verdünnt getrunken.
(äußerlich belebend, innerlich bei nervösen Herzbeschwerden)


Melissen-Creme
Zutaten

  • 30 ml Melissen-Ölauszug
  • 5 gr Lanolin anhydrid (Wollwachs ohne Wasser)
  • 3 gr Wollwachsalkohole
  • 1 gr Bienenwachs
  • 10 ml Melissen-Tinktur
  • 20 ml Wasser
  • Evtl. Konservierungsmittel nach Wahl (siehe http://www.heilkraeuter.de/salben/haltbarkeit.htm)
  • 20-30 Tr ätherisches Melissenöl


Zubereitung:
Öl, Lanolin, Wollwachsalkohole, Bienenwachs in ein Glas geben. Wasser und Tinktur in ein anderes Glas gießen. Beide in ein heißes Wasserbad geben und erhitzen, bis alles geschmolzen ist. Dann das Wassergemisch unter ständigem Rühren  in das Ölgemisch gießen. Rühren bis die Creme handwarm ist. Dann ätherisches Öl und evtl. Konservierungsstoffe reintropfen lassen. Abfüllen und beschriften.
Im Kühlschrank aufbewahrt, hält sie sich länger als ungekühlt.

Anwendung:
wird mit einer Kombination aus Lanolin und Wollwachsalkoholen als Emulgator zubereitet. Dadurch vereinigt sie die Vorteile beider Emulgatoren. Sie enthält die pflegenden, schützenden Eigenschaften des Lanolins, ist aber weniger zäh als eine reine Lanolin-Creme.
gegen Insektenstiche, Wunden, Geschwüre, Blutergüsse und Quetschungen. Man kann sie auch gegen Lippen-Herpes versuchen.
gegen Neuralgien, wie z.B. Ischias oder Hexenschuss



Melissen-Tagescreme:
ist eine sehr leichte Creme, die einem leichten Gel ähnelt. Sie eignet sich daher für die Anwendung im Sommer.

Zutaten

  • 10 ml Melissen-Ölauszug
  • 3 gr Tegomuls
  • 2 gr Cetylalkohol
  • 50 ml Wasser
  • 10 ml Melissen-Tinktur
  • Evtl. Konservierungsmittel nach Wahl
  • 20 Tr ätherisches Melissen-Öl


Anleitung:
Öl, Tegomuls und Cetylaklohol in ein Glas geben. Wasser und Tinktur in ein anderes Glas geben. Beide in ein heißes Wasserbad stellen, bis die festen Bestandteile geschmolzen sind. Dann die Wassermischung unter Rühren in die Ölmischung gießen. Rühren bis sie handwarm ist, dann ätherisches Öl und das eventuelle Konservierungsmittel reintropfen. Abfüllen und beschriften.
Im Kühlschrank aufbewahrt, hält sie sich länger als ungekühlt.

Anwendung:
Die Melisse erfrischt und beruhigt die Haut, der Cetylalkohol ist besonders leicht und fettet nicht.


Melissen-Nachtcreme
ist vor allem für besonders trockene Haut geeignet oder für gereizte Haut, die nachts besonders viel Pflege braucht.
Die Melisse wirkt hautberuhigend, Lanolin und Sheabutter pflegend und schützend und der Harnstoff wirkt trockener Haut entgegen.

Zutaten

  • 12 ml Melissen-Ölauszug
  • 4 gr Tegomuls
  • 2 gr Wollwachs, wasserfrei (Lanolin anhydrid)
  • 2 gr Sheabutter
  • 45 ml Wasser
  • 5 gr Harnstoff
  • Evtl. Konservierungsmittel nach Wahl
  • 20 Tr ätherisches Melissen-Öl


Zubereitung:
Öl, Tegomuls, Wollwachs und Sheabutter in ein Glas geben. Wasser und Tinktur in ein anderes Glas füllen. Beide Gläser in ein warmes Wasserbad erhitzen bis die festen Anteile geschmolzen sind. Dann unter Rühren die Wassermischung in die Ölmischung gießen. Rühren bis die Creme handwarm ist, dann das ätherische Öl und das eventuelle Konservierungsmittel rein tropfen lassen. Abfüllen und beschriften.
Im Kühlschrank aufbewahrt, hält sie sich länger als ungekühlt.



weitere Anwendungen:

  • Melissenöl: reines sehr teuer, weil sehr wenig in den einzelnen Blätter ist; nutzt man in Badezusätzen und Salben
  • Salbe: mit Melissen - Extrakt
  • Gewürz: für: Salate, Saucen, Gemüse, Eintöpfe, Suppen, zu Tomaten, Quark, Fruchtdesserts, Käruertsoßen, Fisch, Obst- und Milchspeisen, Kräutermixgetränken: kurz vor dem servieren zugeben; feingehackt in Weichkäse
  • Frischpflanzenpresssaft: davon 2-4 Esslöffel (Kinder: 2-3 Teelöffel) tägl.