Nachtkerze  (Oenothera Biennis)


Beschreibung:
Sie ist eine zweijährige Pflanze. Im ersten Jahr bildet sie nur eine Blattrosette. Im zweiten Jahr einen bis über 1 m hohen verzweigten Stengel mit großen Blüten. Der aufrechte Stengel ist gelegentlich rot überlaufen und im oberen Teil etwas kantig. Die Grundblätter sind länglich verkehrt eiförmig in den Stiel verschmälert, buchtig gezähnt oder fast ganzrandig. Die zahlreichen Stengelblätter sind klein. In den Blattachseln sitzen die über 2cm großen, duftenden schwefelgelben Blüten, deren Kelchblätter zurückgeschlagen sind. Der unterständige Fruchtknoten ist länglich und entwickelt sich zu einer 3cm langen, stumpf vierkantigen Frucht, die etwa 200 bis 150.000 Samen enthält, aus denen man das fette Öl gewinnt
Die Blüten öffnen sich meist erst am Abend, sie werden von Nachtschmertterlingen bestäubt. Die Wurzel ist etwa 10cm lang, spindelförmig, bis 5cm dick und fleischig


verwendete Pflanzenteile:
Blätter, Wurzeln, Samen

Blütezeit:
Juni - Oktober

Vorkommen:
Ödland, Weg- und Straßenböschungen, Bahndämme, auf trockenen, steinigen und sandigen Böden

Ernte:
Blätter: zur Blütezeit
Wurzeln: im Hebst ausgraben
Samen zur Ölgewinnungen: nach völliger Reife im Sommer und im Herbst

Haltbarmachung:
Blätter: an der Luft trocknen

Inhaltsstoffe:
Blätter: Gerbstoffe
Samen: ungesättigte Fettsäuren mit einem sehr hohen Anteil an Gamma-Linolsäure, Eiweiße,

             Lignin, Linolsäure, Ölsäure
Wurzeln: Stärke, Eiweißkörper, Mineralstoffe


Wirkung und Anwendung:
Blätter:

  • Durchfallerkrankungen, Magenbeschwerden, Darmbeschwerden
  • blutreinigend
  • adstringierend
  • beruhigend
  • Husten, Asthma
  • Bluthochdruck
  • Gicht
  • Ekzem, Hautentzündung
  • Quetschung
  • Prämenstruelles Syndrom, Wechseljahrsbeschwerden

Samen:

  • die Gamma-Linolensäure macht es unserem Organismus leichter, die wichtigen Prostagladine zu bilden
  • Hautkrankheiten, Ekzeme: Pulver aus gemahlenen Samen auflegen oder Öl
  • Gelenkbeschwerden, rheumatische Arthritis, diabetische Polyneuropathie
  • Prämenstruelles Syndrom, zyklische Mastodynie, wiederkehrendes Spannungsgefühl in der Brust
  • Gefäßkrämpfe, Raynaud-Phänomen, Arteriosklerose

Wurzeln:

  • als Gemüse: in Scheiben schneiden, mit Essig oder Öl anrichten oder in Fleischbrühe dünsten
  • allg. stärkend
  • blutreinigend


Nebenwirkung:
evtl. Durchfall, Erbrechen, Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen.
Verdacht darauf das bei Einnahme Epileptische Anfälle begünstigt werden.

! Sollte nicht mit Blutverdünnern eingenommen werden !


Tee:
3 g getrocknete Sprossspitzen in eine Tasse geben und mit 100ml kochendem Wasser übergießen. 10 min ziehen lassen und abseihen. 3x tägl. eine Tasse trinken


Umschlag etc.:
15g getrocknete Sprossspitzen mit ¼ l kochendem Wasser übergießen. 10 min ziehen lassen, dann abseihen.
Entzündete Hautstellen abwaschen oder Mullbinde in Aufguss tränken und auflegen. Bei Bedarf nach drei Stunden wiederholen.


Öl:
durch kalte Pressung gewonnen und nicht raffiniert (z.B. mit Hexan, einem organischen Lösungsmittel)